Wie kann ich ein Konfliktklärungsgespräch mit meinem Gegenüber suchen?

Sie können den anderen Menschen nicht ändern, höchstens sich selbst, und das ist schon schwer genug. Wenn Sie den andern nicht ändern können, ist es auch nicht nötig, negatives Verhalten ebenso zu beantworten. Überlegen Sie lieber:
  • Was kann ich tun, um Abstand zu bekommen und die Situation zu entspannen?
  • Warum handelt die\der andere wohl so? Unterstellen Sie der anderen Person aber nicht einfach Böswilligkeit oder krankhafte Züge. Das ist zwar oft eine verführerisch einfache Erklärung, hilft aber nicht weiter. Überlegen Sie lieber genau, was das Problem aus Sicht der anderen Person sein könnte, wie die Situation aus ihrer Perspektive aussieht.
  • Was kann ich tun, damit die andere Person meine Interessen hört und versteht, und ich ihre?
Wenn es Streitpunkte gibt, überlegen Sie, wann Sie die andere Person gut darauf ansprechen können, so dass diese sich auf das Gespräch einlassen kann. Vielleicht schlafen Sie erst einmal eine Nacht darüber, aber warten Sie nicht zu lange. Statt den Ärger in sich hineinzufressen oder Unbeteiligte einzubeziehen, sprechen Sie mit dem oder der anderen statt über ihn oder sie.
Die 4 Schritte der sogenannten Gewaltfreien Kommunikation nach Marschall Rosenberg liefern eine gute Struktur für ein Konfliktgespräch. Bereiten Sie sich vor, indem Sie sich vorher zu jedem der vier Schritte notieren, was genau Sie sagen wollen:
  1. Beobachtung: Beschreiben Sie so objektiv wie möglich, ohne jede Bewertung: „Mir ist aufgefallen, dass …“ „Ich beobachte in letzter Zeit …“ Halten Sie sich an Daten, Fakten und konkrete Beispiele.
  2. Emotion: Spüren Sie nach, welche Emotionen bei Ihnen überwiegen, z.B. „Für mich heißt das …“, „Dadurch passiert es oft …“, Ich fühle mich dabei …“, „ich habe mich geärgert“, „ich war ratlos " ich habe mich allein gelassen gefühlt“, „war frustriert“ o.ä. Sagen Sie, wie Sie die Situation innerlich empfinden. Der Schlüssel zum konstruktiven Ansprechen von Konflikten liegt darin, die eigene Sichtweise zu beschreiben, statt den anderen zu bewerten. Das bedeutet, mein Anliegen in Ich- Botschaften zu formulieren statt in Du-Botschaften. Anstelle: „Das hast du falsch dargestellt“ – „Das habe ich anders verstanden“.
  3. Bedürfnis: Nennen Sie Ihre Interessen, was für Sie wichtig ist, damit Sie Ihre Rolle gut erfüllen und konstruktiv zusammenarbeiten können.
  4. Bitte: Formulieren Sie eine konkrete und für die andere Person auch gut erfüllbare Bitte.
Bitten Sie auch Ihr Gegenüber, seine Sicht darzustellen. Fragen Sie zum Beispiel „Wie sehen Sie das?“. Hören Sie genau zu und fragen Sie nach, wenn Sie bestimmte Beweggründe nicht verstehen.
Vereinbaren Sie zum Abschluss eine konkrete Lösung. Fragen Sie zum Beispiel „Wie können wir damit in Zukunft umgehen?“ „Was können wir anders machen?“. Vereinbaren Sie einen Termin für ein Folgegespräch, in dem Sie sich austauschen können, ob die Situation besser geworden ist.
Sollten Sie sich nicht einigen können, bitten Sie Ihre Führungskraft, gemeinsam mit Ihnen beiden (bzw. allen Beteiligten) ein Gespräch zur Lösung des Konfliktes zu führen. Wenn Sie Unterstützung benötigen, können Sie sich an eine der hier aufgeführten Ansprechpersonen wenden.